Am 9. November fand die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“, organisiert vom Erich-Zeigner-Haus e.V., bereits zum zehnten Mal in Leipzig statt. Diese soll warnend an das historische Datum der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 erinnern, in der hunderte Menschen ihr Leben verloren und im gesamten Deutschen Reich gezielt Synagogen, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe zerstört wurden.

Seit April 2006 erinnern die ersten Stolpersteine an ehemalige Bewohner der Stadt, die Opfer des Nationalsozialistischen Regimes wurden. Dazu gehörten Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder politischer Ansicht nicht in die nationale und antisemitische Ideologie der Nationalsozialisten passten und infolgedessen von ihnen verfolgt und ermordet wurden. Mittlerweile sind immer mehr Stolpersteine dazu gekommen und folglich sind sie in der ganzen Stadt verteilt. Verlegt wurden und werden die Stolpersteine vom Kölner Bildhauer Demning, der sie in die Gehwege vor ehemaligen Wohnungen der Deportierten einlässt. Jeder Stein erzählt eine andere Geschichte: Unter der Aufschrift „Hier wohnte…“ wird der Name, Jahrgang sowie das Schicksal der Person eingestanzt.

Bei der Aktion werden Privatpersonen aber auch (zivil-)gesellschaftliche Akteure dazu aufgefordert, die Stolpersteine zu putzen. Hintergrund sind nicht nur das Gedenken und Mahnen, sondern auch die Erhaltung der Stolpersteine, die mit fortlaufender Zeit von Verwitterung gezeichnet und immer schlechter erkennbar sind.  Auch Wir sind Paten aus Leipzig war dieses Jahr dabei. Das Ziel, alle 153 Stolpersteine von sogenannten „Putz-Paten“ reinigen zu lassen und somit ein Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern der Shoa, aber auch der deutschen Geschichte im Allgemeinen zu setzen, wurde – auch mit unserer Hilfe – erreicht.

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